Das Vaterunser ist ein chiastisches Scharnier im Zentrum der Bergpredigt

Das Vaterunser ist ein chiastisches Scharnier im Zentrum der Bergpredigt

Das Vaterunser in Matthäus 6,9-13 steht im Zentrum der Bergpredigt: 1.307 Wörter davor, 72 Wörter darin und 1.122 Wörter danach, gezählt in der King James Version. Seine sieben Bitten drehen sich um den längsten Satz, „Thy will be done in earth, as it is in heaven": drei gottwärts gerichtete Bitten davor, vier menschenwärts danach. Überliefert ist das Gebet in sieben Texten: dem Matthäus und Lukas der King James Version, den hebräischen Matthäus-Texten von Franz Delitzsch und Shem Tob, der Elberfelder Bibel, der Vulgata und der Didache. Ihre Unterschiede häufen sich an vier Stellen: der Adresszeile, dem Brotwort, debts gegenüber sins und dem Schluss.

Holbik
von 12+ Jahre unabhängige Bibelforschung

Die Mitte der Bergpredigt

Die Bergpredigt erstreckt sich von Matthäus 5 bis Matthäus 7 . In der King James Version gezählt, umfasst die Predigt 2.501 Wörter. Die Zählungen lassen sich aus dem King-James-Text auf kjvmatters.com nachvollziehen; die 17 ¶-Absatzzeichen dieses Textes werden nicht mitgezählt.

ChapterWords
Matthew 51,081
Matthew 6794
Matthew 7626
Total2,501

Das Vaterunser hat 72 Wörter. Vor ihm stehen in der Predigt 1.307 Wörter, nach ihm 1.122.

VerseWordsContent
916After this manner therefore pray ye: Our Father which art in heaven, Hallowed be thy name.
1014Thy kingdom come. Thy will be done in earth, as it is in heaven.
117Give us this day our daily bread.
1210And forgive us our debts, as we forgive our debtors.
1325And lead us not into temptation, but deliver us from evil: For thine is the kingdom, and the power, and the glory, for ever. Amen.

Die vollen 72 Wörter enthalten die Doxologie. Ohne sie hat das Gebet 58 Wörter.

Das mittlere Kapitel der Predigt eröffnet mit drei parallelen Einheiten: Almosen (Matthäus 6,1-4 ), Gebet (6,5-15 ) und Fasten (6,16-18 ), jede eingeleitet mit „when you". Das Gebet steht in der mittleren Einheit des mittleren Kapitels im Zentrum der Predigt.

Die Predigt selbst liest sich als großer Chiasmus mit dem Gebet in der Nabe. Die Paare sind thematisch: Das Thema legt einen Chiasmus zuerst frei, und Zahlen bestätigen ihn, hier die Wortzählungen oben.

Das Gebet zerfällt in sieben Bitten. Die ersten drei sind gottwärts gerichtet, die letzten vier wenden sich dem menschlichen Bedürfnis zu. Das Scharnier ist die dritte Bitte, der längste Satz des Gebets. Jede Bitte redet Gott in direktem Imperativ oder Jussiv an.

PetitionWordsDirection
1Hallowed be thy name4God-ward
2Thy kingdom come3God-ward
3Thy will be done in earth, as it is in heaven11Hinge
4Give us this day our daily bread7Man-ward
5And forgive us our debts, as we forgive our debtors10Man-ward
6And lead us not into temptation6Man-ward
7But deliver us from evil5Man-ward

Die Tabelle fällt nach unten hin schwerer aus, weil der längste Satz auf der Nahtstelle liegt: Die menschenwärts gerichteten Bitten tragen mehr Wörter, während die Teilung selbst thematisch ist, drei gottwärts und vier menschenwärts. Dasselbe Thema von Gott und Mensch teilt die Zehn Gebote in vier und sechs über die zwei Tafeln, nicht in fünf und fünf, wie sie meist dargestellt werden.

Das Scharnier gehört zur gottwärts gerichteten Hälfte: Name, Reich, Wille. In der hebräischen Wiedergabe von Franz Delitzsch überwiegt die Scharnierbitte die ersten beiden Bitten zusammen, 6 Wörter und 23 Konsonanten gegen 4 Wörter und 17. Die verschachtelten Mitten münden in einem gottwärts gerichteten Satz: Im Zentrum der Predigt steht ein Gebet, und im Zentrum des Gebets steht „Thy will be done."

Eine Schwesterlektüre wendet dieselbe Methode auf einen einzelnen Vers an: das Aleph-Tav in 1. Mose 1,1.

Ein Gebet, viele Texte

Sieben Texte des Gebets stehen unten nebeneinander, jeder so, wie seine Quelle ihn bewahrt. Eine Rangfolge folgt nicht; der Leser vergleicht.

Der King-James-Text: Matthäus und Lukas

After this manner therefore pray ye: Our Father which art in heaven, Hallowed be thy name. Thy kingdom come. Thy will be done in earth, as it is in heaven. Give us this day our daily bread. And forgive us our debts, as we forgive our debtors. And lead us not into temptation, but deliver us from evil: For thine is the kingdom, and the power, and the glory, for ever. Amen. Matthew 6:9-13 KJV

Lukas stellt das Gebet in eine andere Situation: Jesus hatte an einem bestimmten Ort gebetet, und ein Jünger bat um Unterweisung (Lukas 11,1 ).

And he said unto them, When ye pray, say, Our Father which art in heaven, Hallowed be thy name. Thy kingdom come. Thy will be done, as in heaven, so in earth. Give us day by day our daily bread. And forgive us our sins; for we also forgive every one that is indebted to us. And lead us not into temptation; but deliver us from evil. Luke 11:2-4 KJV

Der hebräische Matthäus von Delitzsch

Das hebräische Neue Testament von Franz Delitzsch gibt das Gebet in idiomatischem Hebräisch wieder, übersetzt aus dem griechischen überlieferten Text. Der Text unten folgt dem HebDelitzsch-Modul, wie es in STEP Bible bewahrt ist. Das Hebräische verdichtet das Gebet: 47 hebräische Wörter tragen den Inhalt der 72 englischen Wörter.

VerseHebrew wordsConsonantsText
9730לָכֵן כֹּה תִתְפַּלָּלוּ אָבִינוּ שֶׁבַּשָּׁמַיִם יִתְקַדַּשׁ שְׁמֶךָ
10832תָּבֹא מַלְכוּתֶךָ יֵעָשֶׂה רְצוֹנְךָ כְּמוֹ בַשָּׁמַיִם כֵּן בָּאָרֶץ
11618אֶת־לֶחֶם חֻקֵּנוּ תֶּן־לָנוּ הַיּוֹם
12939וּסְלַח־לָנוּ אֶת־חֹבוֹתֵינוּ כַּאֲשֶׁר סָלַחְנוּ גַּם־אֲנַחְנוּ לְחַיָּבֵינוּ
131771וְאַל־תְּבִיאֵנוּ לִידֵי נִסָּיוֹן כִּי אִם־חַלְּצֵנוּ מִן־הָרָע כִּי לְךָ הַמַּמְלָכָה וְהַגְּבוּרָה וְהַתִּפְאֶרֶת לְעוֹלְמֵי עוֹלָמִים אָמֵן

Delitzsch übersetzt den überlieferten Text, darum trägt sein Hebräisch die Doxologie; sein Zeuge für den Schluss ist das Griechische, das er übersetzt hat.

Zentrale hebräische Wurzeln seiner Wiedergabe:

HebräischTransliterationWurzelBedeutung
יִתְקַדַּשׁyitkadashקדשׁWerde geheiligt; dieselbe Wurzel wie die Keduscha, „Heilig, heilig, heilig.“
מַלְכוּתֶךָmalchutechaמלךDein Reich; das Substantiv für Herrschaft und Königtum.
רְצוֹנְךָretzonchaרצהDein Wille oder Gefallen; im AT dreht sich der Gebrauch um Gottes Annahme.
חֻקֵּנוּchukkenuחוקUnsere zugeteilte Portion oder Satzung; eine Zuteilung des Bundes, nicht bloß tägliches Brot.
סְלַחselachסלחVergib; im AT-Kult überwiegend für göttliche Vergebung gebraucht.
נִסָּיוֹןnisayonנסהPrüfung oder Anfechtung; dieselbe Wurzel wie die Prüfung Abrahams in 1. Mose 22.
חַלְּצֵנוּchaltzenuחלץRette uns; militärische Sprache, ein körperliches Herausziehen.
הָרָעharaרעעDas Böse; konkret.

Der hebräische Matthäus des Shem Tob

Shem Tob ibn Shaprut bewahrte ein hebräisches Matthäusevangelium in seinem Handbuch Even Bohan (Spanien, um 1380 n. Chr.). George Howards Ausgabe, Hebrew Gospel of Matthew (Mercer University Press, 1995), druckt den hebräischen Text mit gegenüberstehender englischer Übersetzung (S. 24-25). Das Hebräische wie gedruckt:

VerseHebrew wordsConsonantsText
9522וכן תתפללו אבינו יתקדש שמך
10735ויתברך מלכותך רצונך יהיה עשוי בשמים ובארץ.
11315ותתן לחמנו תמידית.
12840ומחול לנו חטאתינו כאשר אנחנו מוחלים לחוטאים לנו
13833ואל תביאנו לידי נסיון ושמרינו מכל רע אמן.

Howards gegenüberstehendes Englisch:

9 But thus you shall pray: Our father, may your name be sanctified; 10 may your kingdom be blessed; may your will be done in heaven and on earth. 11 Give our bread continually. 12 Forgive us our sins as we forgive those who sin against us, 13 and do not lead us into the power of temptation but keep us from all evil, amen.

Das Shem-Tob-Gebet läuft über 31 hebräische Wörter, gezählt am gedruckten Text. Gegen den King-James-Text gelesen lautet dieses Gebet: kein „which art in heaven" in der Anrede; „may your kingdom be blessed"; der Wille geschehe „in heaven and on earth"; Brot „continually"; „sins" statt debts; „the power of temptation"; „all evil"; und „amen" ohne Doxologie. Das Gebet sagt sins (חטאתינו ); der unmittelbar angehängte Spruch wechselt zu iniquities (עונות ).

Howards Apparat verzeichnet acht Handschriften unter dem gedruckten Text. Ihre Varianten ballen sich auf einzelne Wörter: יתקדש gegen התקדש ; שמך von zweien ausgelassen; die Brotzeile von mehreren um „give today to us" erweitert; ושמרינו gegen ושמרנו . Keine der acht fügt die Adresszeile hinzu, ein „come" in der Reichsbitte oder einen Schluss.

Die Elberfelder Bibel

Die Elberfelder Bibel gibt das Gebet in beiden Evangelien wieder; die Texte unten folgen der Ausgabe von 1905.

Betet ihr nun also: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Unser nötiges Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Matthäus 6,9-13 Elberfelder

Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprechet: Vater, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; unser nötiges Brot gib uns täglich; und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht in Versuchung. Lukas 11,2-4 Elberfelder

Die Endung teilt die Elberfelder selbst: Ihr Matthäus trägt die volle Doxologie des überlieferten Textes, ihr Lukas endet bei „und führe uns nicht in Versuchung“, ohne „sondern errette uns von dem Bösen“. Das Brotwort gibt sie in beiden Evangelien mit „nötig“ wieder, die Deutung „necessary for existence“. Auch sonst steht ihre Lukas-Form bei der Klasse von Sinaiticus und Vaticanus: das kahle „Vater“ ohne Adresszeile, keine Willensbitte.

Die Vulgata

Die lateinische Vulgata des Hieronymus (4. Jahrhundert n. Chr.) gibt das Gebet in beiden Evangelien wieder; die Texte unten folgen der Klementinischen Ausgabe.

Pater noster, qui es in cælis, sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum; fiat voluntas tua, sicut in cælo et in terra. Panem nostrum supersubstantialem da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Et ne nos inducas in tentationem, sed libera nos a malo. Amen. Matthew 6:9-13, Clementine Vulgate

Pater, sanctificetur nomen tuum. Adveniat regnum tuum. Panem nostrum quotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis peccata nostra, siquidem et ipsi dimittimus omni debenti nobis. Et ne nos inducas in tentationem. Luke 11:2-4, Clementine Vulgate

Hieronymus gibt die Reichsbitte mit adveniat wieder, „let it come", gegenüber dem „may your kingdom be blessed" des Shem Tob.

Die Didache

Die Didache, ein Kirchenhandbuch aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert n. Chr., gibt das Gebet in nahezu der Form des Matthäus wieder und weist ihre Leser an, es dreimal am Tag zu beten. Ihr Schluss fällt kürzer aus als der überlieferte Text: „for thine is the power, and the glory, for ever", ohne das Reich. Dasselbe Handbuch beendet jedes Gebet seiner nächsten beiden Kapitel mit einer Doxologie.

Die Eröffnungen: ein Muster oder Worte zum Beten

Eine verbreitete Lehre stellt das Vaterunser als nachzuahmendes Modell dar statt als Worte zum Beten: ein Muster, keine Formel. Sie stützt sich auf zwei Belege: die Warnung vor leerer Wiederholung unmittelbar vor dem Gebet (Matthäus 6,7 ; μὴ βαττολογήσητε , mē battologēsēte, „do not babble", was Delitzsch mit אַל־תְּפַטְפְּטוּ wiedergibt) und die kürzere Form, die Lukas in einer anderen Situation festhält. Die drei Eröffnungen stehen nebeneinander: Matthäus liest „After this manner therefore pray ye" (οὕτως , houtos, „thus"); Lukas liest „When ye pray, say"; Shem Tob liest „But thus you shall pray." Die Texte geben Worte zum Beten weiter. Die Musterbehauptung wird von Lehrern aufgestellt, nicht von den Texten ausgesagt.

Das Profil Richtung Lukas

Das Shem-Tob-Gebet läuft an drei Punkten auf die Darstellung des Lukas zu statt auf den griechischen Matthäus, und an einem Punkt von der kahlen Lukas-Form weg. Die Anrede: Shem Tob liest „Our father" und geht direkt zum Namen; das kahle „Father" steht im Codex Sinaiticus, im Codex Vaticanus und in der Vulgata, während der Lukas der King James „which art in heaven" behält. Die Willensbitte: Shem Tob behält „may your will be done in heaven and on earth", einen Satz, der der kahlen Lukas-Form fehlt. Die Schuldzeile: Shem Tob liest „sins", Lukas liest „sins", Matthäus liest „debts". Der Schluss: Sowohl die Form des Lukas als auch Shem Tob schließen ohne Doxologie.

Zwei alte Aussagen rahmen die Beobachtung. Papias, zitiert bei Eusebius (Church History 3.39.16), sagt, Matthäus habe die Sprüche in hebräischer Sprache geschrieben, und jeder habe sie ausgelegt, so gut er konnte. Lukas eröffnet sein Evangelium mit dem Anspruch der Augenzeugenüberlieferung, „that thou mightest know the certainty" (Lukas 1,4 ). Eine Auflösung wird nicht angeboten; die Texte geben sie weiter.

Woher der hebräische Matthäus stammt

Der hebräische Matthäus des Shem Tob reiste in einem Handbuch, das gegen das Christentum argumentieren sollte; der Text erreichte die moderne Ausgabe also über eine jüdische Überlieferungslinie, außerhalb der Abschrifttradition der Kirche. Howard stellt den hebräischen Matthäus als alte Überlieferung dar; die meisten Forscher behandeln ihn als mittelalterliche Übersetzung aus der Zeit des Shem Tob selbst. Beide Positionen sind genannt; keine wird hier übernommen.

Das tägliche Brot

Das griechische Wort ἐπιούσιος (epiousios, „daily") steht hier im Gebet und in Lukas 11,3, und seine Deutung ist umstritten: Übersetzer erschließen den Sinn aus Kontext und Wortbildung, mit Vorschlägen von „for the coming day" bis „necessary for existence".

Delitzsch wählte חֻקֵּנוּ (chukkenu), von חֹק (choq, „statute, prescribed portion"). Dieselbe Wurzel nennt den Anteil der Priester in 2. Mose 29,28 und das zugeteilte Brot in Sprüche 30,8 , „feed me with food convenient for me" (לֶחֶם חֻקִּי , lechem chukki, „the bread of my appointed portion"). Die Bitte erbittet das Brot, das Gott bereits zugeteilt hat.

Der Shem-Tob-Text liest תמידית (tamidit), was Howard mit „continually" wiedergibt, in der Wortfamilie von תמיד (tamid), dem beständigen täglichen Opfer. Howards Apparat zeigt die Handschriften genau auf dieser Zeile geteilt: Mehrere fügen „give today to us" hinzu. Die hebräische Überlieferung schwankt zwischen „continually" und „today", genau dort, wo das Griechische sein umstrittenes Wort hat.

Hieronymus teilt das Wort selbst: supersubstantialem bei Matthäus, quotidianum bei Lukas, beide mit da nobis hodie, „give us today".

Die unvokalisierten Konsonanten tragen ihre eigene Dichte: לחמנו liest sich als „our bread", und dieselben Buchstaben bilden die Wurzel von „we fought" (לחם ). Der Kontext legt das Gebet fest; die Dichte ist das, worunter jeder Übersetzer auswählt.

Wörtliches Brot, eine Mahlzeit oder die Bundesportion: Die Texte geben die Frage unbeantwortet weiter.

Der Schluss

Die Zeugen teilen sich über die letzte Zeile des Gebets.

ZeugeSchluss
King James Version (überlieferter Text)„For thine is the kingdom, and the power, and the glory, for ever. Amen.“
Elberfelder BibelMatthäus trägt die Doxologie; Lukas endet bei „und führe uns nicht in Versuchung“
Hebräischer Matthäus von Delitzschträgt die Doxologie, übersetzt aus dem überlieferten Text
Didache„for thine is the power, and the glory, for ever“ (ohne das Reich)
Vulgataendet bei „deliver us from evil“
Klasse von Sinaiticus / Vaticanusendet bei „deliver us from evil“
Hebräischer Matthäus des Shem Tobendet bei „amen“ und geht in den Vergebungsspruch über (Matthäus 6,14-15)

Diese Schlüsse trennen sich unabhängig voneinander: Die Vulgata folgt ihren griechischen Handschriften, der Shem-Tob-Text reiste eine jüdische Überlieferungslinie, und die Didache trägt ihre eigene kürzere Form. Jeder Zeuge steht, wie er bewahrt ist.

Die Praxis hinter dem längeren Schluss ist in der Didache selbst beobachtbar, die jedes Gebet in den Kapiteln 8 bis 10 mit einer Doxologie schließt. Gemeinden hängten ihren Gebeten stehende Danksagungen an, und das meistkopierte Gebet nahm eine davon als Text auf. Die Worte selbst sind älter als jede Handschriftentradition des Gebets: David betet „Thine, O Lord, is the greatness, and the power, and the glory" und „thine is the kingdom, O Lord" in 1. Chronik 29,11 .

Quellen

  1. George Howard, Hebrew Gospel of Matthew, 2nd ed. (Mercer University Press, 1995), S. 24-25: hebräischer Shem-Tob-Text des Gebets, gegenüberstehende englische Übersetzung und der Handschriftenapparat.
  2. Franz Delitzsch, Hebrew New Testament: hebräische Wiedergabe von Matthäus 6,9-13, bewahrt im HebDelitzsch-Modul der STEP Bible (stepbible.org).
  3. Die Didache, Kapitel 8-10, übersetzt von Charles H. Hoole: der Text des Gebets, der kürzere Schluss und die Doxologie-Praxis.
  4. Eusebius, Church History 3.39.16: Papias über die in hebräischer Sprache geschriebenen Sprüche des Matthäus.
  5. Biblia Sacra Vulgata, Klementinische Ausgabe (1592 n. Chr.), Matthäus 6,9-13 und Lukas 11,2-4: supersubstantialem gegenüber quotidianum, das kahle Pater bei Lukas und der Schluss des Gebets.
  6. Wortzählungen der King James Version: verifiziert gegen das lokale Textrepositorium von kjvmatters.com, Matthäus 5-7.

Häufig gestellte Fragen

  • Das Gebet steht im Zentrum der Bergpredigt. Die Predigt umfasst 2.501 Wörter in der King James Version: 1.307 Wörter vor den 72 des Gebets und 1.122 danach. Matthäus 6 beginnt mit drei Einheiten: Almosen, Gebet und Fasten. Das Gebet ist die mittlere.

  • Die Bitte Thy will be done in earth, as it is in heaven ist der längste Satz und der Drehpunkt. Die ersten drei Bitten gelten Gott, die letzten vier wenden sich dem menschlichen Bedürfnis zu.

  • Die Deutung ist umstritten: Übersetzer erschließen sie aus Kontext und Wortbildung, mit Vorschlägen von for the coming day bis necessary for existence. Franz Delitzsch gab es mit dem hebräischen chukkenu wieder, unserer zugeteilten Portion; der hebräische Matthäus des Shem Tob liest continually, und mehrere seiner Handschriften fügen give today to us hinzu.

  • Die Zeugen teilen sich. Der Textus Receptus trägt For thine is the kingdom, and the power, and the glory, for ever; die Didache endet mit einer kürzeren Form; die Vulgata, die Klasse von Sinaiticus und Vaticanus und der hebräische Matthäus des Shem Tob beenden das Gebet bei deliver us from evil oder amen.

  • Das houtos bei Matthäus bedeutet thus, in this manner; Lukas 11,2 hat when ye pray, say; der hebräische Matthäus des Shem Tob eröffnet mit but thus you shall pray. Lukas 11,2-4 überliefert eine kürzere Form in einer anderen Situation. Die Texte geben Worte zum Beten weiter; die Musterbehauptung wird von Lehrern aufgestellt, nicht von den Texten ausgesagt.

  • Ein hebräisches Matthäusevangelium, überliefert im Even Bohan, einem jüdischen Handbuch aus Spanien, um 1380 n. Chr. George Howards Ausgabe von 1995 vergleicht acht Handschriften. Sein Gebet lässt die Adresszeile und die Doxologie aus und liest sins gegenüber den debts bei Matthäus.

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